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Spinntreffen 2020

K 20: Von Handrocken bis Standrocken: Die 3. Hand beim Spinnen (Teil 1)

Spinnen mit Rocken und Handspindel

03.10.2020 | 09:00 - 12:00 Uhr
03.10.2020 | 14:00 - 17:00 Uhr
6 Std. / 42 €
12 / 0

In diesem Kurs möchte ich euch das Spinnen mit Rocken und Handspindel näher bringen. Dabei reicht die Bandbreite vom Handrocken (nicht Fingerkunkel!) über den Gürtelrocken bis hin zum Standrocken. Jede dieser Rockenvarianten beeinflusst den Prozess des Ausziehens der Fasern auf seine Weise und eröffnet ein ganz neues Spektrum an Möglichkeiten. Gesponnen wird vorrangig mit dem Spinnstab und dem Aufsteck-Wirtel mit kleinem Wirteldurchmesser (,,mittelalterliche Handspindeln"). Es werden verschiedene Rocken und verschiedene Fasern ausprobiert, Unterschiede in der Handhabung des Rockens und der Spindel werden demonstriert (und können natürlich ausprobiert werden) und verschiedenste Möglichkeiten, die Fasern auf den Rocken zu binden, werden ebenfalls Thema sein.

Ziel dieses Kurses ist es, euch die Vorzüge des Spinnens mit dem Rocken schmackhaft zu machen und eure eigene Experimentierfreude, inspiriert von unseren historischen Vorgängerinnen, zu wecken. Ausflüge zu den Unterschieden im Spinnen mit der Fingerkunkel oder zum Spinnen mit Rocken am Spinnrad runden den Kurs ab.

Ein fester Ledergürtel, wenn möglich. Notfalls muss der Hosenbund herhalten. Wer hat, kann einen Rocken mitbringen, ganz gleich, welches Modell, lehrreich wird es auf jeden Fall sein.

Als Basisangaben für einen Low-Budget-Gürtelrocken sei das Folgende gesagt: 

  • ein möglichst gerader Ast, gern mit einer Astgabel am oberen Ende (was aber nicht sein muss), entrindet und getrocknet
  • nicht zu schwer, aber stabil genug, dass er sich nicht unter dem „Gewicht der Wolle" verbiegt, Länge um 1 m herum; je nach Körpergröße mal länger, mal kürzer, lieber erstmal zu lang, denn kürzen kann man immer. Mein Lieblings-Gürtelrocken ist 1,18 m, ich bin 1,82 m groß

Wer „mittelalterliche Handspindeln" hat, kann diese gern mitbringen. Auch „moderne" Fallspindeln können mitgebracht werden, dienen dann aber eher der Demonstration der Unterschiede.

Wolle kann ebenfalls mitgebracht werden. Für den Anfang eher eine, die gut greift, sprich nicht zu flutschig ist (anders gesagt: Von Seide u.ä. Edelfasern ist für den Anfang abzuraten ...)

Ich werde 2 Handrocken, einen Standrocken und ein Kromski-Minstrel mit Rocken zu Demonstrationszwecken und zum Ausprobieren dabei haben. 
Zudem werde ich zahlreiche Haselnuss-Äste mitbringen, die als Gürtelrocken taugen, so dass für jede/n Kursteilnehmerln mindestens ein Gürtelrocken vorhanden ist. Ebenso werde ich ausreichende Spinnstäbe inkl. Wirtel zur Verfügung stellen. Rocken und Spindel können, wenn Ihr Blut geleckt habt, nach dem Kurs auch bei mir erworben werden. Ich werde Euch aber auch alle mir bekannten Quellen benennen, so dass Ihr selbst nach Herzenslust stöbern könnt. 
Verschiedene Wollqualitäten und Langflachs werden zum Ausprobieren zur Verfügung stehen und werden nach Verbrauch berechnet. Das wird aller Wahrscheinlichkeit nach aber unter 10 Euro bleiben, denn so viel werdet ihr in der Kürze der Zeit ohnehin nicht verspinnen können.  Oder wir gehen in der Kaffeepause kurz auf den Marktplatz und ich berate Euch zu passenden Fasern. 

 
Pirsch, Claudia

Der Spinnvirus hat mich 2014, anfangs zögerlich, dann mit voller Wucht, infiziert. Nachdem ich einmal den Dreh (am Spinnrad) raus hatte, wollte ich immer mehr und immer neues lernen. Vor allem aber wurmte mich, dass mir das Spinnen mit der (Fall-)Spindel so gar keinen Spaß machen wollte. Schließlich haben doch alle mit der Handspindel gesponnen, bevor das Spinnrad erfunden wurde. Irgendwann stieß ich dann auf das Spinnen mit Rocken und „mittelalterlicher Handspindel", lernte in den einschlägigen Sozialen Medien tolle Menschen und großartige Techniken kennen und stellte voll Freude fest: Auf einmal machte mir die Handspindel, richtig Spaß. Wer einen kurzen Eindruck von mir und meiner Begeisterung für das Spinnen mit dem Rocken haben möchte, kann sich dazu das Video anschauen, in dem Chanti mich ausführlich befragt. Ich habe derzeit kein eigenes Gewerbe im Wollbereich, aber einen Schäfer mit 80 Texelschafen am Ort urid eine kleine Bonino-Krempelmaschine. In unregelmäßigen Abständen schreibe ich Beiträge rund um mein wolliges Hobby auf meinem Blog wollspinnerin.de und mache gemeinsam mit Ute Mattem die Zeitung der Handspinngilde. 

 
K 20: Von Handrocken bis Standrocken: Die 3. Hand beim Spinnen (Teil 2)