Handspinngilde e.V.

Spinnen mit der Handspindel

Wickeln Sie den Anspinnfaden fest um die Spindel, unge­fähr am Punkt A. Es kann ein normaler fertiger Wollfaden sein. Führen Sie das lange Ende des Anspinnfa­dens um die Schwungscheibe und um das kurze Ende der Spindel und wieder zurück zum langen Spindelschaft.

 

 

Befestigen Sie dann mit einem halben Schlag den Faden am oberen Ende der Spindel. Es sollte noch ca. 20 cm des Anspinnfadens übrig sein.

Wenn Sie Rechtshänder sind, fassen Sie den Anspinnfaden locker mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand an. Die Spindel lose herunterhängen lassen. Nehmen Sie dann ein kardiertes Wollbüschel in die linke Hand und drehen Sie die Spindel mit der rechten Hand im Uhrzeigersinn an.

Ziehen Sie zunächst einen dünnen Strang aus der Wolle und legen Sie diesen parallel zum Anspinnfaden. Die durch die Kreisbewegung der Spindel entstehende Drehung überträgt sich auf den Faden und dreht auch die losen Fasern mit ein.

Im Weiterspinnen zieht die rechte Hand weitere Fasern aus dem Büschel, führt die Dre­hung auf diese ausgezogenen Fasern und sorgt auch dafür, dass die Spindel weiter rotiert. Wichtig ist, dass die rechte Hand das Büschel ganz locker umfasst, da, wo das Garn noch nicht ge­dreht ist. Ansonsten kann die Faser nicht mehr ausgezogen werden. Je feiner der Faden ausgezogen wird, um so mehr Drehungen braucht er, um zu halten. Daumen und Zeige­finger der linken Hand halten den Punkt des Fadens fest, an dem der gedrehte Faden in das ungedrehte Wollbüschel hineinläuft. Nach und nach wird die Hand dann hochgeführt ohne den Faden zu verlassen. Es sollte ein gleichmäßiger Ablauf entstehen:

Ziehen der Fasern aus dem Wollbüschel mit der rechten Hand

Daumen und Zeigefinger mit der linken Hand hochgleiten lassen, um den Faden zu glätten und die Drehung ein Stück weiter hochlaufen zu las­sen. Lässt man den Faden los und die Drehung in den Wollvorrat laufen, kann der Faden nicht mehr in der gewünschten Stärke ausgezogen werden. Sobald die Fasern einmal verdreht sind, lässt sich der Faden nicht mehr (dünner) ausziehen.

Bei Bedarf muss die Spindel mit der rechten Hand wieder gedreht werden. Achten Sie dar­auf, dass die Spindel immer nur im Uhrzeigersinn gedreht wird. Sollte der Faden reißen, so wird wieder von vorne (wie beim Anspinnfaden) begonnen.

Ist der Faden so lang, dass die Spindel den Boden berührt, lo­ckern Sie den halben Schlag und wickeln Sie das Garn weiter auf den Stab auf. Danach befestigen Sie den Faden wieder wie oben beschrieben an der Spindel. Jetzt können Sie einfach weiterspinnen. Um einen Faden zum Stricken zu erhalten, müssen die Einzelfäden üblicherweise gezwirnt werden. Dazu verdreht man, ebenfalls mit der Spindel, zwei oder mehrere Fäden zusammen. Dies geschieht gegen den Uhrzeigersinn. Dies geht wesentlich schneller als das Spinnen. Es braucht eine Weile, bis Sie die Kunst des Spinnens gelernt haben. Wenn man erfahrenen Spinnern zuschaut, sieht es alles ganz einfach aus. Üben Sie einfach weiter. Zum Trost sei gesagt, dass man ein Leben lang die Kunst des Spinnens immer noch verfeinern kann. Wenn Sie nach diesen ersten Versuchen noch mehr Interesse am Spinnen haben sollten, können Sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen.

AutorIn: Barbara Aufenanger