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Alpaka

Alpaka ist ein Traum zu spinnen und neben Mohair und Seide mein absoluter Spinnliebling. Die Wolle ist WEICH und hat eine sehr gemütliche Faserlänge – nicht zu kurz und nicht zu lang. Außerdem einen guten Eigenzusammenhalt und keine Neigung zur Knötchenbildung.

Alpaka kann man aus Vlies genauso gut verwenden wie aus dem Kammzug. Roh hatte ich es noch nicht. Die Freude beim Spinnen ist allerdings qualitätsabhängig. Je nachdem woher man sein Alpaka bezieht ist viel bis sehr viel Einstreu enthalten. Die stört dann schon, da man sie raussammeln muss.

Ansonsten:

Alpaka dünn gesponnen oder dick, Single (Dochtgarn) oder verzwirnt – alles ist möglich! Dünn mit viel Drall gibt ein glattes schönes Garn und geht am besten aus dem Kammzug. Dickes Fluffgarn spinne ich am liebsten aus dem Vlies. Ein interessanter Effekt ergibt sich übrigens beim verzwirnen eines dünnen stark gedrehten mit einem dicken kaum gedrehten Single. Garn mit wenig Drall aus Alpaka ist mäßig haltbar. Garn mit Drall ist schon recht fest – allerdings nicht so fest wie Ramie. Wenn die Sachen sehr haltbar sein sollen braucht man schon zwei bis Dreifachzwirn. Alpaka eignet sich hervorragend (ab Zweifachzwirn mit viel Drall) als Kettgarn beim Weben (ich kann es nur am Webrahmen mit Gatterkamm austesten) - es kann sein das auf einem Webstuhl anderer Zug auftritt.

Auch Filzen kann man mit Alpaka, allerdings nicht so gut wie mit Wolle (Gotland etc.)

AutorIn: Anja Berger