Grundrezept Pflanzenfärben

Grundrezept Pflanzenfärben

Grundsätzliches

Man benötigt für 1 kg Färbematerial 25-30 Liter Wasser, sowohl beim Beizen, als auch beim Färben. Der Topf sollte groß genug sein, weil Pflanzen und Färbematerial Platz brauchen um sich frei zu bewegen. Nur so kann die Farbe gleichmäßig aufziehen. Außerdem brauchen manche Materialien mehr Platz, wenn sie nass sind. Während des Kochvorganges das Material nur sanft bewegen, wegen der Filzgefahr.

Beizen

1 kg Wolle wird mit 150 Gramm aufgelöstem Alaun 1 Stunde gekocht (Beize Alaun 15%). Nachdem der Topf abgekühlt ist kann die Wolle entnommen werden.

Pflanzenfarbstoff vorbereiten

2 kg getrocknete Färbedroge oder 4 kg frische Färbedroge zunächst in den Topf geben und dann kaltes Wasser darauf schütten. Bei harten Färbedrogen, wie z.B. Rinden, kann ein Einweichen über Nacht förderlich sein. Der Topf sollte halb mit dem Wasser gefüllt werden. Dann das Färbematerial in diesem Wasser köcheln lassen. Nach einer Stunde den Topf mit kaltem Wasser auffüllen. Jetzt sollte die Temperatur nicht mehr als 40 Grad haben. Kälter wäre besser.

Färben

In diese Farbbrühe einen Sack aus Mullstoff oder Gardinenstoff hineinhängen und das zu färbende Material hineingeben. Der Sack sollte so groß sein, dass sich das Färbematerial frei schwimmend bewegen kann. Eine weitere Stunde köcheln lassen und wieder abkühlen lassen.

Spülen

Danach einfach den Sack aus der Flüssigkeit herausnehmen, gut ausspülen und das Material locker zum Trocknen aufhängen.

Für das Färben mit Pflanzen gibt es natürlich abweichend von diesem Grundrezept noch viele Abwandlungen um die unterschiedlichsten herrlichen Farben aus den Pflanzen herauszuholen. Daher wird nach den allerersten Versuchen sofort der Wunsch auftauchen sich näher mit diesem Thema auseinander zusetzen. Es gibt viele gute Bücher zu diesem Thema. Leider sind die meisten jedoch schon vergriffen. Aber im Antiquariat oder in der lokalen Bibliothek wird man sicherlich trotzdem fündig.


Theorie sagt im ersten Ansatz (aber Ausnahmen bestätigen insbesondere hier die Regel):

  • Grünes färbt gelb: fast alles, was man in der Natur findet
  • Rotes färbt grün: hier ist sehr schön Blutpflaume
  • Rot bekommt man aus bestimmten Wurzeln: hier natürlich Krapp, Labkraut, Färbemeister
  • Blau erzielt man leider gar nicht ohne Küpe (Gärverfahren).

Ausnahmen hiervon sind mir nur wenige bekannt: schwarze Stockrose und Blauholz, sowie einige heimische Beeren, die aber wenig lichtecht sind.

Hinweis: Dies gilt natürlich nur im ersten Ansatz. Eigene Versuche können andere Ergebnisse liefern. Für genauere Färbeergebnisse ist das jeweilige Rezept entsprechend der einschlägigen Literatur maßgeblich.

Viel Spaß beim Färben
Barbara