Volksstimme 4.10.2006

Die Handspinngilde lud zum Mitmachen in der Landessportschule ein "Wir haben Fusseln im Salat"

 

Von Astrid Mathis

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48 Frauen aus dem deutschsprachigen Raum widmeten sich vier Tage in Osterburg der Spinnerei.

Fotos (2): Astrid Mathis

 

Frauen, die spinnen, sind etwas Besonderes. Nur wenige halten an dieser alten Handarbeitstradition fest. In Osterburg trafen sich am Wochenende Frauen aus ganz Deutschland, um gemeinsam zu spinnen und voneinander zu lernen.

Osterburg. Vier Tage Seminar liegen hinter ihnen, wenn die 48 Teilnehmerinnen des 8. Treffens der Handspinngilde heute daheim wieder ihre Spinnräder auspacken. Tagesgäste fanden während des langen Wochenendes aber auch den Weg zur Landessportschule auf dem Fuchsbau.

Zum ersten Mal trafen sich die Spinnerinnen im Osten der Republik. Britta Oehlmann aus Schollene hatte das Treffen organisiert und wunderte sich über die geringe Resonanz aus der Umgebung. Martina Kiehl war dagegen sogar aus München angereist und gewann die Patchworkdecke, die in jedem Jahr neu angefertigt wird.

" Manche spinnen und erzählen dabei, andere wollen etwas Neues lernen und besuchen einen der Kurse ", erklärte Britta Oehlmann. So kam überhaupt die Idee mit den Kursen zustande. Elf Kursleiter waren übrigens vor Ort und schulten beim Klöppeln, Weben, Stricken, Nadelbinden, Filzen und Edelfaserspinnen. Von der 1. Vereinsvorsitzenden Uta Bönisch lernten die Spinnerinnen, wie man Wolle indigo färbt.

Natürlich gingen die Frauen während des Treffens öfters an die Luft und machten auch mal einen Spaziergang im Krumker Park. " Aber eigentlich ist Spinnen unser Ausgleich. Wir brauchen nichts anderes. Eher haben wir Fusseln im Salat ", gab die Organisatorin augenzwinkernd zu. Von ihr gab es zur Begrüßung für jeden Teilnehmer - und darunter waren sogar drei Männer – eine schwarze Stockrose zum Färben und eine Strickgabel. Das nächste Treffen findet in Nordrhein-Westfalen statt.