Bambusfaser

Bambusfaser erinnert mich vom Griff und von der Spinnbarkeit deutlich an Ramie. in trockenem Zustand fliegt die Faser sehr leicht auf und bekomt beim Spinnen einen wundervollen Glanz. Wer immer schon einmal mit einem dreifachzwirn Nähgarnstärke erreichen wollte ist bei der Bambusfaser genau richtig. Sie lässt sich hervorragend dünn verspinnen - dickere Fäden bekommen zu wenig halt- man kann sie noch relativ leicht auseinander ziehen. Wenn man mit zu viel Drall verspinnt reisst der Faden allerdings. Hier muss man ein Mittelmass finden.

Daher meine Beurteilung: etwas schwieriger als Ramie aber es lohnt sich!

Bambusfaser soll ja von Natur aus einen Antimikrobiellen Effekt haben und sehr schnell trocknen. Letzteres konnte ich direkt testen und es stimmt! Ich habe die Fasern gefärbt und klatschnass (tropfend) zum trocknen aufgehängt. Nach 2h bei ca 25°C waren sie fast komplett trocken.

Was das färben angeht- ich habe mit einer Mischung von Eswacolor türkis (für Viskose, Leinen, Baumwolle) und Ashforf Wollfarbe "Blau" gefärbt. (2h ohne Vorbeize 60°C im Wasser schwimmend) Die Asfordfarbe wurde von der Bambusfaser nicht angenommen- sie wurden komplett und vollkommen fleckenfrei türkis. So eine gleichmässige Färbung ohne auch nur die geringste Nuancierung habe ich beim selbstfärben noch nie erlebt! ach... die Faser filzt beim bewegen im Wasser, beim ausspülen und ausdrücken auch nur minimal!!

Text: Anja Berger

Achtung!!!: Bambusfasern sind sehr leicht entzündlich! Brennproben nicht in der Nähe von brennbaren Gegenständen machen und Fasern dabei nicht in der Hand halten!